Warnstreik bei MS Graessner

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27.02.2019 Der Streit um einen Haustarifvertrag beim Getriebehersteller MS Graessner in Dettenhausen erreicht seinen vorläufigen Höhepunkt

Nachdem die Arbeitgeberseite die Verhandlungen überraschend abgebrochen hat, traten die Beschäftigten am Mittwoch-Vormittag trotz vehementer Drohungen der Konzernspitze erneut in einen Warnstreik.

Ein Vertreter der Konzernspitze hatte Ende Januar gedroht, die gesamte Produktion zu schließen und Einzelteile in China einzukaufen, wenn die Beschäftigten weiterhin von ihrem Warnstreikrecht Gebrauch machen würden.

Auf diesen Erpressungsversuch reagierten die Metallerinnen und Metaller bereits am 13. Februar mit einem Warnstreik. Wie auch am heutigen Tag, legten rund 40 Kolleginnen und Kollegen für zwei Stunden die Arbeit nieder.

Die Verhandlungen um einen Haustarifvertrag waren ins Stocken geraten, als im September überraschend der Verkauf des bisher inhabergeführten Unternehmens an den japanischen Elektromotorenhersteller Nidec bekannt wurde. Nach ersten Warnstreiks im Dezember versprach die Arbeitgeberseite im Januar ein verbessertes Angebot vorzulegen.

Statt eines verbesserten Angebots, erklärte die Geschäftsführung die Verhandlungen dann Ende Januar jedoch grundlos als gescheitert und verweigert nach wie vor die Verhandlungen wiederaufzunehmen.

Anlass der Auseinandersetzung um einen Tarifvertrag ist die längst überfällige Verbesserung der Arbeitsbedingungen und des Entgeltniveaus der rund 115 Beschäftigten. Dieses liegt weit unter den üblichen Entgelten der Metall- und Elektroindustrie. Die IG Metall fordert deshalb für die Beschäftigten eine Erhöhung der Entgelte und eine belastbare tarifliche Heranführung an die Arbeitsbedingungen der Metall- und Elektroindustrie, dazu zählt insbesondere auch ein verbesserter Kündigungsschutz, welchen die Arbeitgeberseite bisher ablehnt.

"Durch die Drohungen des Unternehmens, die Produktion zu schließen, herrscht große Enttäuschung und Wut bei den Beschäftigten. Die Belegschaft bei MS Graessner fordern eine verlässliche Beschäftigungssicherung. Dazu muss die Geschäftsführung aber zurück an den Verhandlungstisch kommen und auch zu Ihrem Wort stehen." fordert Detlef Schwoon von der IG Metall Stuttgart.

Letzte Änderung: 06.03.2019