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IG Metall

Zu Besuch bei der IGM-Familie Zizmann

Die Zizmanns vor ihrem 3-Generationen-Haus

29.11.2017 Die Familie Zizmann ist nicht irgendeine Familie, denn sie verbindet eine Überzeugung: gemeinsam erreicht man mehr! Die Gewerkschaft spielt in ihrem Leben eine wichtige Rolle.

Opa Heinz, Papa Jürgen, Sohn Joshua und Tochter Jennifer sind engagierte Metaller und kommen zusammen auf 100 Jahre Mitgliedschaft in der IG Metall. Wir haben die Zizmanns zu Hause besucht und ihnen einige Fragen gestellt.

60 Jahre IG Metall Mitglied

Heinz Zizmann (79), ehemals Fahrzeuginnenausstatter (ursprüngliche Berufsbezeichnung: Polsterer oder Sattler), wurde am 7. November 2017 für 60 Jahre Mitgliedschaft in der IG Metall geehrt.

60 Jahre IG Metall-Mitgliedschaft - wie bist du seinerzeit zur IG Metall gekommen und was waren für dich die bedeutendsten Momente in und mit der Gewerkschaft?
Heinz Zizmann: "Ich habe im März 1957 angefangen bei Daimler zu arbeiten und bin sofort in die IG Metall eingetreten. Das ging ganz automatisch. Damals hat man immer erst einmal die Beitrittserklärung ausgefüllt, bevor man den Arbeitsvertrag unterschrieben hat. Den 6-wöchigen Arbeitskampf 1984 werde ich nicht vergessen. So haben wir die 35-Stunden-Woche erkämpft. Bedeutende Momente gab es viele, vor allem die Tarifrunden und die darauf folgenden Lohnerhöhungen waren immer gewaltig. 1993 konnte ich dann nach 36 Jahren Schichtarbeit in den Vorruhestand gehen. Dank einer Vereinbarung des Betriebsrats mit dem Unternehmen konnten zu dem Zeitpunkt Beschäftigte, die in den kommenden fünf Jahren 40 Jahre Betriebszugehörigkeit erreichen, vorzeitig in Rente gehen."
Inwiefern hat sich die Arbeit bei Daimler über die Jahre verändert?
Heinz Zizmann: "Anfangs habe ich die Himmel in die Karossen eingebaut und bin dann in die Sattlerei gewechselt. Anders als heute, kamen alle Teile einzeln an. Damals hat man alles selber gemacht und es war nichts fremdvergeben. Später war ich dann in der Nacharbeit bei den Fahrer-Sitzpolstern. Die Arbeitszeit hat sich über die Jahre stark verändert. In meinen ersten Berufsjahren gab es noch regulär die 6-Tage-Woche. Doch obwohl die Arbeitszeit weniger wurde, gingen die Stückzahlen immer weiter nach oben. Nach jeder Lohnerhöhung lief das Band gefühlt schneller."
Hast du jemals überlegt aus der Gewerkschaft auszutreten?
Heinz Zizmann: "Nein. Ich bin für die von der Gewerkschaft erkämpften Errungenschaften sehr dankbar und auch jetzt im Ruhestand möchte ich meinen Beitrag dazu leisten. Ich finde es in höchstem Maße undankbar, wenn Beschäftigte, die in Altersteilzeit gehen, kurz darauf ihre Mitgliedschaft kündigen. Die attraktiven ATZ-Modelle haben wir schließlich unserer IG Metall zu verdanken."

Die Zizmanns vor ihrem 3-Generationen-Haus

Jürgen Zizmann (53), gelernter Bauschlosser, ist seit 13 Jahren Vertrauensmann im Betriebsmittelbau (TF/BM-AB)

Wieso engagierst du dich als Vertrauensmann?
Jürgen Zizmann: "Ich bin zum Amt des Vertrauensmanns ein bisschen wie die Jungfrau zum Kind gekommen. Wir hatten jahrelang in unserem Bereich keinen Vertrauensmann und dann wurde ich vorgeschlagen und gewählt. Seither übernehme ich die Aufgabe sehr gerne, auch wenn der gewerkschaftliche Zusammenhalt an mancher Stelle fehlt. Doch vor allem die hohe Beschäftigung von Leiharbeitern in der Entwicklung steigert das Bewusstsein für die Wichtigkeit der Gewerkschaft wieder. Für mich war die Mitgliedschaft in der IG Metall immer schon ein "freiwilliges Muss", denn vor allem jetzt, wenn es um die Automatisierung und Digitalisierung im Unternehmen geht, brauchen wir eine starke Gewerkschaft, die unsere Interessen vertritt."
Bist du stolz auf deinen Nachwuchs, der es dir, sowohl bei Daimler als auch in der IG Metall, gleich tut?
Jürgen Zizmann: "Ja, sowieso. Ich habe vor allem meiner Tochter auch dazu geraten die Ausbildung als Fahrzeuginnenausstatterin in einem tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie zu absolvieren, statt in einem Betrieb, der unter einen Textiltarifvertrag fällt. Die Arbeitsbedingungen in einem Unternehmen mit starker IG Metall sind definitiv besser."

Familie Zizmann beim gelegentlichen Spiel nach Feierabend

Jennifer Zizmann, (18) Auszubildende zur Fahrzeuginnenausstatterin (1. Lehrjahr), ist seit Oktober 2017 Mitglied in der IG Metall

Wieso hast du eine Ausbildung zur Fahrzeuginnenausstatterin bei Daimler begonnen und bist damit in die Fußstapfen von Opa Heinz getreten?
Jennifer Zizmann: "Ich habe schon in viele Berufsfelder hineingeschnuppert und habe unter anderem Praktika bei einer Krankenkasse, in einem Fitnessstudio, einem Kindergarten und in einem Bauzentrum gemacht. Am besten hat mir allerdings das Praktikum im Bau 11 bei den Fahrzeuginnenausstattern der Lehrabteilung von Daimler Sindelfingen gefallen. In der Schule habe ich immer schon gerne genäht und zu Hause habe ich Opa oft beobachtet, wenn er Sitzbänke und Stühle überzogen hat und war von seinen Fertigkeiten beeindruckt."

Joshua Zizmann (20), Auszubildender zum Konstruktionsmechaniker (4. Lehrjahr), Jugend- und Auszubildendenvertreter (JAV)

Haben dich Opa und Papa "gezwungen" auch Mitglied in der IG Metall zu werden oder bedurfte es keiner Überzeugungsarbeit?
Joshua Zizmann: "Nein, ich bin aus eigener Überzeugung beigetreten und seit kurzem auch Jugendvertreter. Leider ist es aktuell nicht so selbstverständlich wie zu Opas Zeit, dass jeder der Gewerkschaft beitritt. Heute ist es eher ein Kampf um die Mitglieder. Viele Azubis sagen mir, "Wieso soll ich beitreten, wenn ich doch auch ohne Gewerkschaft die gleichen Vorteile genieße?". Daher sehe ich es als meine Aufgabe in der JAV an, diese "Trittbrettfahrer" davon zu überzeugen, dass wir die guten Ausbildungsgehälter der IG Metall zu verdanken haben und es ohne gewerkschaftliches Engagement und ohne Mitglieder mit weiteren Lohnerhöhungen schlecht aussieht. Viele Erfolge der IG Metall konnte ich alleine in den letzten Jahren beobachten. Meine Schwester verdient beispielsweise jetzt im 1. Lehrjahr 100 EUR mehr, als ich vor vier Jahren verdient habe."

Die Redaktion bedankt sich bei Familie Zizmann für das nette Gespräch.

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Letzte Änderung: 09.11.2017

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